Praxiswissen

Lieferkettenrisiken: Wenn der Zulieferer in die Insolvenz geht

Die Absicherung gegen Lieferanteninsolvenzen gewinnt an Bedeutung.

Lisa Bergmann
22. November 2025
7 min Lesezeit

Die steigende Zahl von Unternehmensinsolvenzen erhöht das Risiko von Lieferkettenunterbrechungen. Für produzierende Unternehmen kann die Insolvenz eines kritischen Zulieferers existenzbedrohend sein.

Das Problem

Moderne Lieferketten sind komplex und oft von wenigen Schlüssellieferanten abhängig. Fällt ein kritischer Zulieferer aus, kann die gesamte Produktion stillstehen. Die Just-in-Time-Produktion verschärft dieses Risiko zusätzlich.

Präventive Maßnahmen

**1. Lieferantenmonitoring:** Überwachen Sie die Bonität Ihrer wichtigsten Lieferanten kontinuierlich. Nutzen Sie Auskunfteien und Kreditversicherer.

**2. Diversifikation:** Reduzieren Sie Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Bauen Sie Second Sources auf.

**3. Sicherheitsbestände:** Bei kritischen Komponenten können höhere Lagerbestände sinnvoll sein – trotz der Kapitalbindung.

**4. Vertragliche Absicherung:** Vereinbaren Sie Informationspflichten, Produktionsübernahmerechte und Werkzeugherausgabeansprüche.

Im Insolvenzfall richtig handeln

Wenn ein Lieferant insolvent wird, ist schnelles Handeln gefragt:

  • Kontaktieren Sie sofort den Insolvenzverwalter
  • Klären Sie den Status laufender Bestellungen
  • Sichern Sie Eigentum (Werkzeuge, Formen, Ware im Lager des Lieferanten)
  • Prüfen Sie Ansprüche aus Eigentumsvorbehalten
  • Suchen Sie alternative Bezugsquellen
  • Rechtliche Aspekte

    Im Insolvenzfall kann der Verwalter laufende Verträge erfüllen oder ablehnen. Als Abnehmer haben Sie begrenzte Einflussmöglichkeiten. Umso wichtiger ist die präventive vertragliche Gestaltung.

    Lisa Bergmann

    Senior Associate

    Verfasst am 22. November 2025

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